Ökologische Aspekte - Energieverbrauch: strenges Monitoring

Der Energiebedarf beim Herstellungsprozess keramischer Produkte tritt beim Formen, Trocknen und Brennen des Materials auf. Da die Energiekosten einen Großteil der Gesamtproduktionskosten ausmachen (bis zu 30%), wird der Energieverbrauch in der Ziegelindustrie seit je her strengen Kontrollen unterworfen. Ökologisches und ökonomisches Wirtschaften sind oft eng miteinander verbunden und die Europäische Ziegelindustrie hat mit Investitionen in eine verbesserte Energieeffizienz nicht auf entsprechende gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen gewartet. Der relativ energieintensive Brennprozess macht unsere Produkte außerordentlich lange haltbar, was sich in der Ökobilanz wiederum positiv auswirkt. Zudem sind Hintermauerziegel besonders wärmedämmend und senken somit den Energieverbrauch in der Nutzungsphase des Gebäudes. Die Wärmedämmeigenschaften haben sich über die letzten Jahre signifikant verbessert.

Es gibt 3 Einflussfaktoren im Energieverbrauchsmanagement:

Wahl des Energieträgers
Senkung des Energieverbrauchs
Nutzung erneuerbarer Energien

Wahl des Energieträgers
Erdgas, Flüssiggas sowie Heizöl sind die Hauptenergieträger beim Trocknen und Brennprozess, obwohl auch feste Brennstoffe, Strom oder Deponiegas genutzt wird.
Erdgas ist der dominierende Energieträger. Dieser fossile Brennstoff produziert mit 57 kg CO2/GJ gegenüber Heizöl mit 75 kg CO2/GJ und allen anderen fossilen Energieträgern die geringste Menge an Kohlenstoffdioxid.

Entwicklung verschiedener Energieträger (Heizenergie) in der Ziegelindustrie in Prozent
Kohle Öl Erdgas
1960 1975 1990 1995 2001 1960 1975 1990 1995 2001 1960 1975 1990 1995 2001
AUT 2 0 0* 20 19 15* 78 81 85*
BEL 83 4 10 4 2** 17 40 7 6 2** 0 56 83 90 96**
GER 77 5 3 3 20 76 17 15 3 19 80 82
DEN 68 11 5 4 32 89 9 9 0 0 86 87
FRA 4 15 0 56 9 5 40 76 95
ITA 0 2 0* 49 19 10* 51 79 90*
NED 49 2 2 1 51 1 1 0 0 97 97 99
ESP 30 10 0 0 50 65 71 67 20 25 29 33
UK 50 11 4 3 14 4 2 1 36 85 94 96
HUN 94 60 26 15 6 8 0 0 0 32 74 85
CH 1 0 0 63 51 47 36 49 53

* 2000
** 2002
Die Daten basieren auf Informationen nationaler Verbände und Organisationen (Quelle: TBE)
 

Source: TBE

 

Senkung des Energieverbrauchs
Der in der Ziegelindustrie weit verbreitete Wechsel zu gasförmigen Energieträgern sowie Verbesserungen der Trocknung, der Brennofentechnologie und der Überwachung haben zu einer schrittweisen Senkung des Energieverbrauchs und zu einer deutlichen Senkung der Emissionen geführt.


Primäre Prozessverbesserungen sind:

Die EU hat mit der Richtlinie EC/2003/87 einen C02-Emissionshandel etabliert, von dem auch die Europäische Ziegelindustrie betroffen ist. Die Industrie hat bereits große Anstrengungen unternommen, den Energiebedarf zu senken, siehe folgende Tabelle.

Energieverbrauch (GJ/Tonne) – Ziegelindustrie
1980 1985 1990 1995 2001 Reduktion in %6)
Belgien 3.302) 2.732) 2.162) 2.373) 2.233) ** 32
Dänemark 2.73 - 1) 2.41 2.67 2
Deutschland 2.43 2.31 1.93 1.63 33
Frankreich 2.87 2.62 2.76 2.61 9
Grossbritannien 1.14)
3.585)
1.014)
3.265)
0.844)
2.975)
0.834)
2.805)
2.424)
1.45)
254)
225)
Italien 2.8 2.6 2.1 1.9 1.9 32
Niederlande 3.63 2.93 2.86 2.7 26
Österreich 2.38 2.09 1.71 1.72 1.65* 28
Schweiz - 1) 2.55 2.62 2.53 2.32 1
Spanien 2.38 2.29 2.24 2.18 8

* 2000
** 2002
1)
nicht verfügbar
2)
Mauer- und Dachziegel – basierend auf von der Föderation zur Verfügung gestellten Daten
3) clay bricks and roof tiles - based on data provided by the federation            
4) UK Fletton & 5) UK Non-Fletton /
Daten vor 1980 nicht verfügbar – gezeigte Daten von 1984. Die Flettonindustrie kann nicht mit den anderen Daten verglichen warden. In den verbleibenden 3 Flattonproduktionsstätten wurden große Produktionsänderungen vorgenommen.
6)
1995/1980, aber 1995/1985 wenn die Daten für den Verbrauch von 1980 nicht zur Verfügung stehen – für Belgien 1980/1990
Source : TBE

 

Nutzung erneuerbarer Energien

Biogas Reaktor der
Ziegelei Gasser/Italy
Biogas in the production
of fired clay bricks
PDF-Download (1.2 MB, englisch)

Das Ersetzen von nicht erneuerbaren Energiequellen mit erneuerbaren schreitet stetig fort. In vielen Produktionsprozessen der Ziegelindustrie werden biogene Zusatzstoffe wie beispielsweise Sägemehl der Tonmischung zugegeben. Die Verwendung derartiger Additive bringt mehrere Vorteile. In erster Linie dienen diese Zuschlagstoffe als Porenbildner, sie verringern die Rohdichte des Scherbens durch Bildung von Poren und verbessern dadurch seine Wärmeleitfähigkeit. Als Nebeneffekt setzen sie dabei Energie frei.

Durch den Einsatz dieser Porosierungsmittel wird der Verbrauch fossiler Brennstoffe und somit auch die durch sie entstehenden CO2-Emissionen reduziert.

Die Porosierungsmittel werden nach technischen, ökologischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten ausgewählt, es werden häufig Porosierungsmittelgemische eingesetzt. Sie müssen einerseits die technischen Eigenschaften des Produkts verbessern, andererseits dürfen keine bzw. nur in kontrollierbarem Maße schädliche Emissionen entstehen. Außerdem dürfen sie kein Gesundheitsrisiko für Fabrik- und Bauarbeiter darstellen.

In Versuchen und Untersuchungen wird bestimmt, ob die Zusatzstoffe alle Kriterien erfüllen.




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