Nutzung des Gebäudes - Ökologische Aspekte
Heizenergieverbrauch von Gebäuden
Das unten abgebildete Bild zeigt den durchschnittlichen Anteil des Energieverlustes durch verschiedene Elemente eines gut gedämmten Einfamilienhauses.
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Der Heiz- und Kühlenergieverbrauch wird durch verschiedene Faktoren bestimmt:
Standort des Gebäudes/ Klima:
Je kälter das Klima, desto mehr Energie wird zum Heizen benötigt, obwohl diese durch die
übers Jahr steigenden Sonnenenergiebeträge reduziert werden kann.
Gebäudegeometrie (Größe, Form, Volumen/Oberflächenverhältniss)
Je kleiner das Gebäude, desto größer ist der spezifische Heizenergieverbrauch.
Allerdings bedeuten eine einfache Form (idealerweise ein Würfel) und ein großes
Volumen/Oberflächenverhältniss einen gerineren Energieverbrauch.
Wärmeleistung des Gebäudemantels (U-Wert von Wänden, Fenstern, Dach und Keller)
U-Werte werden durch die Art der Wandkonstruktion bestimmt. Baubestimmungen variieren von
Land zu Land und die erforderlichen Werte werden durch das regionale Klima bestimmt. Je
niedriger die U-Werte der äußeren Bauelemente sind, desto geringer ist die benötigte
Heizenergie. Erst kürzlich wurde gezeigt, dass einschalige Ziegelwände U-Werte von 0,20
W/m²K erreichen können. Zweischalige Wände und Wände mit zusätzlicher Dämmung
können im Prinzip durch die Verbreiterung der Dämmschicht jeden gewünschten U- Wert
erreichen. In vielen Ländern geht der Trend hin zu Niedrigenergiehäusern (benötigte
Heizenergie zirka: 40-60 kWh/m²a) oder sogar Passivhäusern (benötigte Heizenergie <
15kWh/m²a).
Für diese Energiestandards sind die folgenden U-Werte nötig:
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Besonders in Häusern mit einem sehr niedrigen Energieverbrauch ist es wichtig,
Wärmebrücken (Kältebrücken) zu berücksichtigen.
Wärmespeicherkapazität zur Nutzung von Energiegewinnen
Beim Betrachten der raumklimatischen Eigenschaften eines Gebäudes vor allem im
Sommer ist es besonders wichtig, dass eine ausreichende Wärmemenge, die durch
Sonnenenergie eingespeist wird, vom Gebäude absorbiert werden kann (siehe auch unter Wohnkomfort und Raumklima).
Die Wärmespeicherkapazität hat einen direkten Einfluss auf die benötigte Heizenergie.
Massives Ziegelmauerwerk kann Sonnenwärme speichern und sie dann, wann nötig wieder
abgeben, wogegen Leichtbaukonstruktionen diese Energie nicht oder nur in unzureichendem
Maß nutzen können.
Be- und Entlüftung des Gebäudes
Je geringer die zum Heizen benutzte Energie ist, desto größer sind die Wärmeverluste
durch Lüftung. Bei Niedrigenergie- und Passivhäusern ist dieser Verlust ein bedeutender
Faktor im Gesamtwärmeverlust (in der Regel über 50%). In einigen Ländern sind nach
Stand der Technik mechanische Be- und Entlüftungssysteme üblich, die Wärme
wiedergewinnen und rückführen. Dieses Be- und Entlüftungssystem senkt den
Heizenergiebedarf um durchschnittlich 20 kWh/m²a. Kombiniert mit monolithischen
Ziegelwänden kann so Passivhausstandard erreicht werden.
Effizienz des Heizsystems
Der gesamte Energieverbrauch eines Gebäudes hängt unter anderem auch von der Effizienz
des Heizsystems ab. Normalerweise haben elektrische Heizsysteme den geringsten
Wirkungsgrad; moderne Gasheizungen und Wärmepumpen sind am effizientesten.
Lebensstil der Bewohner
Der Lebensstil der Bewohner hat einen bedeutenden Effekt auf den gesamten Wärmehaushalt.
Untersuchungen haben gezeigt, dass unbedachte Handlungen und Routinen den Energiebedarf
des Gebäudes verdreifachen können. Übermäßige Belüftung vor allem im Winter,
beispielsweise durch den ganzen Tag geöffnete Fenster, können andere energieeffiziente
Vorteile der Gebäudekonstruktion zunichte machen. Deshalb ist es wichtig, dass die
Bewohner Wissen über Energieeffizienz besitzen und auch anwenden.
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Die folgende Tabelle zeigt den Heizenergieverbrauch verschiedener Ziegelwände eines typischen Wohnblocks mit 18 Wohnungen (siehe Bild oben). Die Wände wurden aufgrund ihrer hohen Wärmeisolierung gewählt. Der Verbrauch wurde mit verschiedenen U-Wert-Varianten für die anderen Bauelemente (Dach, Fenster, Türen, Keller, etc.) berechnet. Die ersten 2 Zeilen zeigen die Ergebnisse mit nach guter Praxis errichteten Konstruktionen mit dementsprechend guten U-Werten (erste Zeile ohne, zweite Zeile mit mechanischem Be- und Entlüftungssystem), die letzte Zeile (Minimum) zeigt die Resultate errechnet mit den niedrigsten U-Werten, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind.
| Produkt | 50 cm ein- schalig |
38 cm ein- schalig |
30 cm HMZ +10 cm Dämm. |
25 cm block +12 cm Dämm. |
20 cm block +16 cm Dämm. |
zwei- schalig 10 cm Dämm. |
zwei- schalig 15 cm Dämm. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| U-Wert Wand | 0,27 | 0,37 | 0,24 | 0,25 | 0,20 | 0,34 | 0,20 |
| Dicke (cm) | 54 | 42 | 42 | 39 | 38 | 39 | 56 |
| Wandkonstruktion | ![]() |
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Heizenergieverbrauch (kWh/m²a) |
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| Ohne Entlüftungssystem | 43 | 46 | 40 | 41 | 38 | 45 | 40 |
| Mit Entlüftungssystem | 24 | 28 | 22 | 23 | 20 | 26 | 21 |
| Minimum | 17 | 20 | 14 | 16 | 13 | 19 | 13 |
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